November - II

Liebe Diezerinnen und Diezer,

heute widme ich meine Rubrik einer Bewohnerin am Wirt, die die einen ganz süß finden und die beianderen eher unbehagliche Gefühle auslöst, und damit ist der Zwiespalt auch schon angesprochen,der sich mit diesem Tier verbindet: Die Nutria, auch Biberratte genannt, lebt in einer Gruppe vonneun Tieren am Wirt. Sie ist mit dem Meerschweinchen verwandt und kommt ursprünglich ausSüdamerika. Das heißt, wie Bisamratte, Nilgans, Waschbär und viele andere Arten auch, gehört dieNutria zu den sogenannten „Neozoen“, also zu Tierarten, die ursprünglich nicht in Mitteleuropa lebten.

Die inzwischen bei uns etablierten Tiere sind Nachkommen von Nutrias, die aus Pelztierfarmen entkamen, wie der NABU schreibt, oder von dort freigesetzt wurden. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war der Pelz des Tieres ein begehrtes Gut, auch das Fleisch wurde gegessen. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es wohl über 1000 Nutria-Farmen in Deutschland. Diese Nutzung des Tieres ist inzwischen beendet, die Tiere dürfen frei leben. Sie dürfen nur mit Ausnahmegenehmigungen gejagt werden, und zwar nur dort, wo sie ernsthafte Schäden anrichten. So werden die Tiere z. B. in den Niederlanden massiv bekämpft, um die Deiche zu schützen. Dennoch hat die EU die Tiere inzwischen in die Liste der invasiven gebietsfremden Arten aufgenommen, so dass sowohl Einfuhr in die EU als auch Zucht verboten sind. Die Zahl an Nutrias hat sich im Zeitraum von 2006 bis 2016 verdoppelt. Die Tiere leben am Wasser, graben Erdbauten im Uferbereich und bauen Nester aus Pflanzen und dünnen Stöcken, so dass Uferbereiche geschädigt werden und andere Tierarten vertrieben werden können. Mit einer Körperlänge von bis zu 65 cm und einem Gewicht von 8 bis 10 kg machen sie ganz schön was her, ihr Schwanz hat eine Länge zwischen 30 und 45 cm. Sie sind reine Vegetarier und nagen manchmal auch die Feldfrüchte aus der Landwirtschaft an. Dass sie hier ordentliche Schäden anrichten können, glaubt man sofort, wenn man die riesigen, aufgrund von Eisenablagerungen oft orange gefärbten
Zähne sieht. Nutrias sind nicht scheu und lassen sich gerne von Menschen füttern – und das ist ein Problem.

Die Zahl der Nutrias in Freiendiez ist noch überschaubar, wie gesagt, es sind derzeit neun Tiere. Damit dies auch so bleibt, ihre Population nicht wächst und mit ihr die Schäden, die sie verursachen würde, ist es sehr wichtig, die Tiere nicht zu füttern! Denn durch Füttern werden sie darin unterstützt, auch über Zeiten hinweg zu kommen, in denen das natürliche Nahrungsangebot nicht ausreicht. Das würde den Bestand schnell vergrößern und die Tiere wirklich zur Plage werden lassen.

Halten Sie Abstand, es sind Wildtiere, die sich nicht an den Menschen gewöhnen sollten. Gerade Kinder gehen oft unvoreingenommen zu den Tieren, aber wenn diese Zähne Kinderhände erwischen…

Ich wünsche, dass dies keinem passiert und Ihnen und euch allen eine gute Zeit, wir sehen uns!

Herzlichst Annette Wick

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