Sperrung der Bismarckstraßen-Brücke ab 7,5 t

    ab Dienstagnachmittag, 21. September

    Im Zuge einer alle sechs Jahre stattfindenden Brückenhauptprüfung wurde festgestellt, dass sich die Brücke über die Aar in Richtung Schläfer (Bismarckstraße) in einem sehr schlechten baulichen Zustand befindet. Bei der drei Jahre zuvor durchgeführten Zwischenuntersuchung wurden die sichtbaren Schäden noch nicht so schwerwiegend eingestuft, doch nun ist rasches Handeln geboten. Daher wurde bereits Mitte Juni als Sofortmaßnahme eine Fahrbahnverengung in Form von rot-weißen Leitelementen eingerichtet, um die besonders stark geschädigten Brückenrandträger zu entlasten. Ein zwischenzeitlich beauftragtes Planungsbüro hat die Brücke nun eingehend untersucht.

     

    Bei den vom Planungsbüro R&P Ruffert durchgeführten Untersuchungen wurde festgestellt, dass das Bauwerk eine hohe Chlorid-Belastung aufweist. Dies sei darauf zurückzuführen, dass beim Bau der Brücke in den frühen 50er Jahren eine Abdichtung zwischen dem Stahlbeton-Überbau und dem Fahrbahnbelag offenbar nur unzureichend ausgeführt wurde. Durch den jahrzehntelangen Eintrag von salzhaltigem Wasser ist der Chloridgehalt im Überbaubeton mittlerweile so erhöht, dass es zu erheblicher Korrosion und zu Lochfraß im Stahl des Stahlbetontragwerks gekommen ist. Auch die Brückenwiderlager seien erheblich angegriffen und insgesamt zeige die Brücke, so Jörg Holl vom Planungsbüro, „sehr bedenkliche Anzeichen für ein künftiges Versagen“. 



    Bild: R&P Ruffert


    Die Brücke sei damals, so Holl weiter, für eine Nutzungsdauer von rund 30 Jahren konzipiert worden. Carbonatisierung und Chlorideintrag führten dann immer stärker und häufiger zu Korrosion der im Beton angeordneten Bewehrung und damit verbunden zu Volumenvergrößerungen dieser Bewehrung, so dass es zu Abplatzungen der Betonschutzschichten und infolgedessen vor allem in jüngerer Vergangenheit zu ungehinderter Ausbreitung von Rost im Stahlbeton gekommen sei. Gerade in den letzten Jahren habe sich der Zustand ganz erheblich verschlechtert, nun sei rasches Handeln geboten – „ohne Panik, aber mit Sachverstand und Nachdruck“, so Jörg Holl.

     

    Bürgermeister Michael Schnatz zeigt auf, dass die Bauverwaltung der Verbandsgemeinde nicht bloß die seit Juni bestehende Fahrbahnverengung platziert habe, sondern dass man auch Perspektiven erarbeitet habe, um das Brückenbauwerk künftig so zu entlasten, dass es in seinem akut gefährdeten Zustand nicht zu einer Überlastung komme. „Die Bismarckstraße stellt in Diez den wichtigsten Weg ins Wohngebiet Schläfer dar“, so Schnatz. Insofern sei vor allem mit Blick auf die Schulen sicherzustellen, dass zumindest der Pkw-Verkehr weiter über diese Brücke fließen könne. Durch geeignete Vorkehrungen sollen aber große und schwere Lkw an der Überfahrung der Brücke künftig gehindert werden. „Durch das Ordnungsamt wurden die Müllabfuhr und die im Schläfer aktiven Busunternehmen bereits informiert. Das Befahren der Brücke im Einsatzfalle durch Feuerwehrfahrzeuge kann das Bauwerk noch recht gut verkraften, weil dies nur zu wenigen Belastungssituationen führt, aber es gilt nun dringend, den restlichen Schwerlastverkehr über 7,5 Tonnen rasch über andere Wege in den Schläfer zu leiten“, so Schnatz weiter. „Die künftige Umleitung des Lkw-Verkehrs wird über die Wilhelm- und Limburger Straße zur Umgehungsstrecke (B54) Richtung Holzheim führen und von dort dann auf die L318 Richtung Birlenbach, rechts abzweigend auf die Schaumburger Straße.“ Durch die Sperrung für schwere Fahrzeuge könne eine weitere Verschlechterung des Brückenzustands jedenfalls eingedämmt werden. 

     

    „Mittelfristig hilft nur ein Neubau der gesamten Brücke“, blickt Holl in die nahe Zukunft. Aus rechtlicher und technischer Sicht sei mit etwa einem Jahr für Planung und Genehmigungen zu rechnen, der Bau selbst sei dann in rund sechs bis neun Monaten realisierbar. „Daneben gilt es aber auch, die Finanzierung zu sichern und entsprechende Fördergelder zu beantragen“, ergänzt Bürgermeister Schnatz. Damit die Brücke bis dahin geschont und keinesfalls überbeansprucht werde, müsse die Belastung durch den darüber fließenden Verkehr möglichst umgehend verringert werden. Die Verbandsgemeindeverwaltung hat deswegen in Abstimmung mit der Polizei Diez, dem Landesbetrieb Mobilität und der Straßenverkehrsbehörde des Rhein-Lahn-Kreises die Umleitungsregelung erarbeitet. Die Einrichtung der Umleitungsstrecke wird im Laufe des Dienstagvormittags, 21. September, erfolgen, so dass die Sperrung der Brücke in der Bismarckstraße für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen ab dem frühen Nachmittag des 21. Septembers gilt.

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