Aktuelles Objekt des Monats

    Objekt des Monats Mai 2024

    Geschichte von Florenz mit marmoriertem Vorsatzpapier, 1715
    Die Erfindung des Buches ist eine Entwicklung der späten Antike. Bei großen Unterschieden in Bezug auf Größe, Material oder Art der Bindung ist ein Buch immer ein gebundener Block von Papier, Pergament oder Ähnlichem. Meistens ist der Buchblock durch einen robusten Einband geschützt. Beide Bestandteile sind über einen gefalteten Papierbogen verbunden, dessen eine Hälfte vorn und hinten auf die Innenseite des Buchdeckels geklebt ist, während die andere Hälfte zum Buchblock gehört. Dieser Bogen heißt „Vorsatz“. Er ist das Erste, was man beim Aufschlagen eines Buches wahrnimmt. Entsprechend wirksam ist eine ansprechende Gestaltung.
    Seit dem frühen 18. Jahrhundert wurde es üblich, Marmorpapiere als Vorsatzblätter zu benutzen. Diese dekorativen Buntpapiere werden nach einem seit über 1000 Jahren bekannten Verfahren hergestellt, indem man dünnflüssige Farbe auf einen dickflüssigen Untergrund auftropft. Die Farbe schwimmt darauf und kann durch bloßes Auflegen eines Papierbogens auf diesen übertragen werden. Je nach vorheriger Bearbeitung der Farbe können sehr unterschiedliche, lebhafte Muster erzeugt werden.
    Ein frühes Beispiel für ein Buch mit marmoriertem Vorsatzpapier ist eine in lateinischer Sprache verfasste Geschichte der Stadt Florenz aus dem Jahr 1715. Das Vorsatzpapier ist hier „Kamm-Marmor“, eine Farbstruktur, die entsteht, wenn man ein kammartiges Werkzeug durch die auf dem Leimgrund aufschwimmende Farbe zieht. Das Buch ist Teil der historischen Sammlungen der Stadt Diez.
    Am Internationalen Museumstag am Pfingstsonntag, den 19. Mai, bietet das Museum im Grafenschloss eine Mitmachaktion zum Herstellen von Marmorpapieren und von Kleisterpapieren, einer anderen Sorte dekorativer Buntpapiere, an. Von 14:00 bis 18:00 Uhr können gegen einen kleinen Unkostenbeitrag beide Sorten selbst hergestellt und mitgenommen werden.


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