Juli 2026
Detektorradio, um 1925
Mit der Live-Übertragung eines Cello-Solos mit Klavier von Fritz Kreisler begann am 23. Oktober 1923 in Deutschland das Radiozeitalter. Sender war die Sendestelle Berlin der Funkstunde AG im VOX-Haus Berlin. Von nun an gab es in Berlin abendliche Radiosendungen mit Moderation, Livemusik und Musik von der Schallplatte. Dem Berliner Beispiel folgten bald weitere Sender in anderen deutschen Städten, sodass innerhalb weniger Jahre eine Vielzahl von zunächst privaten Radiostationen auf Sendung ging. Zur Vermeidung von Frequenzüberschneidungen wurde jedem Sender eine eigene Frequenz zugewiesen.
In der Frühzeit der Radiotechnik gab es noch nicht die klassischen Radios als bequem einzustellenden Empfangsgeräte mit Lautsprecher. Stand der Technik waren zunächst sogenannte (Kristall-) Detektorempfänger mit Kopfhörer. Diese sehr einfach aufgebauten Geräte arbeiteten nur mit der elektrischen Energie, die aus den empfangenen Radiowellen zu gewinnen war. Sie hatten keine Verstärkerstufe und keinen Stromanschluss. Dementsprechend leise war das im Kopfhörer hörbare akustische Signal. Detektorempfänger funktionierten nur in der Nähe von Sendern und auch nur dann, wenn es gelang, die Frequenz des gewünschten Senders zu finden. Dazu gab es einen Drehkondensator, mit dem man einen elektrischen Schwingkreis so einstellen konnte, dass er mit der Senderwelle übereinstimmte.
Durch eine Schenkung von Dr. Norbert Roland, Großburgwedel, der seiner Heimatstadt nach wie vor sehr verbunden ist, kehrt ein solches Detektorradio nach Diez zurück und gelangt in die Sammlungen der Stadt Diez. Es besteht aus einem gelborangen Holzkästchen, das den Drehkondensator enthält. Die restlichen Bauelemente, nämlich der eigentliche Kristalldetektor, ein großer Drehknopf, eine auffällige Flachspule und die Anschlüsse für zwei Kopfhörer, Antenne und Erdung, sind außen angebracht.
Spätere Radios verbargen alle ihre elektronischen Bauteile aus Sicherheitsgründen und aus Gründen der Ästhetik in gefälligen Kästchen aus Holz oder Bakelit. Sie wurden zum dekorativen Kleinmöbel und hatten damit alle Chancen, im bürgerlichen Heim akzeptiert zu werden.
