Aktuelles Objekt des Monats

Geschirr für die Schulspeisung, verm. frühes 20. Jahrhundert

In den 1980er Jahren wurde der Dachboden der ehemaligen Schule in der Diezer Schulstraße ausgeräumt. Dabei kamen unter anderem mehrere Garnituren altes Geschirr zum Vorschein, offensichtlich Gefäße für die Schulspeisung.
Die alte Schule bestand aus zwei Gebäuden. Eines war von der Schulstraße aus zugänglich, das andere von der Rosenstraße. Das dazwischen liegende große Freigelände diente als Schulhof und war zeitweilig durch eine Überdachung zur Sporthalle umfunktioniert.
Beide Bauwerke waren im Rahmen der Gründung der Neustadt im frühen 18. Jahrhundert entstanden. Wann sie zur Schule wurden, ist nicht ganz sicher. Möglicherweise war die erste dort ansässige Schulform die von Wilhelmine von Preußen gegründete Industrieschule, eine praktische Lehranstalt für Jungen und Mädchen. Danach beherbergten die Gebäude – als getreues Abbild der komplizierten Diezer Schulgeschichte – verschiedene Formen der Volksschule, eine Mädchenschule, eine Mittelschule und zuletzt die Realschule. Diese zog 1969 endgültig aus den Gebäuden aus, womit die Geschichte dieses Schulstandorts endet. Seit den 1870er Jahren war im Gebäude in der Rosenstraße außerdem das Rathaus untergebracht.
Aus welcher Phase der Nutzung als Schule die Essgarnituren stammen, lässt sich kaum sagen. Sie bestehen aus jeweils einer mittelgroßen Schüssel und einem Becher, beides aus Steingut gefertigt. Dieser ist ein weicher Scherben, den erst eine Glasur wasserdicht macht. Die Machart ist völlig schmucklos und ohne Herstellermarke. Auch die unsauber bearbeitete Oberfläche und die leicht verzogenen Formen von Schüsseln und Bechern deuten auf ein billiges, handwerklich gefertigtes Massengeschirr hin. Vermutlich gab es darin auch eine eher einfache Art von Verpflegung, vielleicht einen Eintopf mit einem Getränk.
Die Geschirre wurden den Diezer Sammlungen von Herrn Rolf Bässler geschenkt.


[PLEASE FIX!] Please choose your cookie preferences: