Aktuelles Objekt des Monats

    Relikte der Corona-Pandemie 2020-2023

    Ausstellungsstücke in historischen Museen sind in aller Regel mindes­tens mehrere Jahrzehnte alt. Offenbar wird etwas nur dann als historisch empfunden, wenn es einen gewissen zeitlichen Sicherheitsabstand zur Gegenwart gibt. Das verleitet leicht dazu, bei der Betreuung von Samm­lungen die Neuaufnahme aktueller Objekte zu vernachlässigen.

    Zu den noch ziemlich neuen, aber glücklicherweise nicht mehr aktuellen Alltagsobjekten gehören Schutzmaßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie. Was Anfang 2020 mit selbstgemachten Schutzmasken be­gann, erweiterte sich im Laufe der folgenden Monate zu einem Reper­toire an kleinen alltäglichen Anti-Corona-Dingen, wie Schnelltests, FFP2-Masken (für „filtering face piece“ in medizinischer Qualität), Handdesin­fektionsspendern, Abstandsmarkierungen und Impfspritzen. Nach dem Auslaufen der letzten Anti-Corona-Vorschriften haben die meisten von uns fast wieder vergessen, wie sehr die mit solchen Objekten verbunde­nen Schutzmaßnahmen bis Anfang 2023 unser Leben prägten. Zu die­sen Maßnahmen gehörten bekanntlich auch Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote, mit denen in einer Phase großer Ungewissheit ver­sucht wurde, die Ausbreitung der hochinfektiösen Krankheit zu hemmen.

    Eine kleine Sammlung von Corona-Objekten wurde in den vergangenen drei Jahren eigens für die Sammlungen der Stadt Diez zusammenge­stellt, um späteren Generationen einen Einblick in die verstörende Pan­demie-Zeit zu ermöglichen: frühe selbstgenähte Schutzmasken, fabrikneue FFP2-Masken, Schnelltests, be­nutzte Impfdosen, gründlich desinfizierte Impfspritzen mit Schutzhandschuhen, Desinfektionsmitteln, Pflastern und Sammelschale.

    Es bleibt in unser aller Interesse zu hoffen, dass dieses Konvolut von Gegenständen in Zukunft als Relikt aus einer längst abgeschlossenen, seltsamen Epoche emp­funden wird, weil es nie wieder nötig wurde, etwas ähnliches zu benut­zen.

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