Juni 2026
Magnettonplatte aus der Kanzlei der Diezer Notarin Dr. Renate Lenz-Fuchs, 1976/77
Im Jahr 1877 wurde von Thomas A. Edison das Nadeltonverfahren zur Schallaufzeichnung und -wiedergabe erfunden. Diese Ur-Erfindung der Tonkonservierung arbeitete rein mechanisch. Erst Ende des Jahres 1898 gelang es dem dänischen Erfinder Valdemar Poulsen, ein elektromagnetisches Aufzeichnungs- und Wiedergabegerät, das Telegraphon, zu entwickeln. Tonträger war ein zylindrisch aufgewickelter magnetisierbarer Stahldraht. Dieser wurde mittels eines Tonkopfes mit eingebauter Spule bespielt, durch die ein von einem Mikrophon angeregter Strom floss. Aus Poulsens Erfindung entwickelten sich zahllose Varianten des Magnettonverfahrens mit Tonträgern, von denen uns nur einige noch vertraut sind: Drahtspulen, Tonbänder auf Spulen oder in Kassetten und Magnetplatten in verschiedenen Größen.
Eine seltene Variante der Magnettonplatte ist aus dem Nachlass der Diezer Notarin Renate Lenz-Fuchs erhalten. Es handelt sich um eine ASTROMAG-Platte für ein Büro-Diktiergerät der Firma Assmann. Die Magnettonplatte ähnelt äußerlich einer großformatigen Schellackplatte, aber ihre Rille dient nur der Führung eines elektromagnetischen Tonkopfes. Sie spielt mit nur 15 U/Min und benötigt ein passendes Aufnahme- bzw. Abspielgerät. Das ASTROMAG-System wurde 1949 eingeführt und konnte sich bis um 1980 auf dem Markt halten.
Die Platte aus dem Lenz-Fuchs-Nachlass ist bespielt mit dem von einer Frau gesprochenen Diktat eines kurzen Briefes von 1976 oder 1977. Nach Angaben von Verwandten, die sie gut kanten, ist es die Stimme der Notarin. Adressat ist der Psychoanalytiker und Psychiater Prof. Horst-Eberhard Richter, und der gesprochene Briefentwurf erinnert ihn an eine Einladung zur Teilnahme an der Tagung des Juristinnenbundes in Mainz im Jahr 1977.
Eine digitale Überspielung der Aufnahme ist nach einem Klick auf den folgenden blauen Schriftzug zu hören: Magnetplatte LenzFuchs.mp3 .
